Pauschalwertmethode / 1-Prozent-Regelung2016-10-26T12:45:19+00:00

Erhält ein Mitarbeiter einen Dienstwagen, so kann er selbigen nicht nur für die Arbeit, sondern (sofern es nicht explizit durch den Arbeitgeber untersagt wird) auch für private Fahrten nutzen. So senkt er seine eigenen Kosten und kann den sogenannten geldwerten Vorteil für sich nutzen. Diese Ersparnis muss allerdings korrekt versteuert werden, wofür laut Gesetzgeber die 1-Prozent-Regelung zum Einsatz kommen kann. Alternativ kann außerdem zum klassischen Fahrtenbuch gegriffen werden, welches vom Arbeitnehmer geführt wird und alle getätigten Fahrten akkurat aufzeichnen muss. Im Einzelfall gilt es abzuwägen, welche der beiden Methoden die sinnvollere Wahl ist.

Für wen lohnt sich die 1-Prozent-Regelung?

Die 1-Prozent-Regelung ist vor allem aufgrund ihrer Einfachheit zu empfehlen, denn sie wurde speziell als Erleichterung für die Steuererklärung eingeführt. Sie beruht auf § 8 Abs. 2 S. 2 EStG in Verbindung mit dem § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG. Notwendig ist für die Berechnung lediglich der Listenpreis des Dienstwagens, von dem monatlich ein Prozent des geldwerten Vorteils angerechnet wird. Dem Firmenwagen wird hierbei also ein fixer Pauschalbetrag zugeteilt, was ihn klar kalkulierbar macht. Darüber hinaus werden die zusätzlich anfallenden Betriebskosten in der Regel vom Arbeitgeber übernommen. Hinzu kommen außerdem noch einmal 0,03 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises des Fahrzeugs pro Kilometer und Monat für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz.

Wie macht sich die 1-Prozent-Regelung im Endeffekt bemerkbar?

Der geldwerte Vorteil, der sich daraus ergibt, wird jeden Monat auf den Bruttolohn des Arbeitnehmers aufgeschlagen. Damit erhöht er gleichermaßen die zu zahlenden Abgaben in Form von Lohnsteuer.  Wer möchte, kann die 1-Prozent-Regelung außerdem ganz nach Bedarf in jedem Jahr wechseln und somit an die eigenen Fahrgewohnheiten anpassen. Demnach müssen sich Arbeitnehmern also nicht festlegen und können immer wieder neu entscheiden, welche Methode für sie am geeignetsten erscheint.

Das Fahrtenbuch als Alternative nutzen

Die Alternative in Form des Fahrtenbuches erscheint auf den ersten Blick komplex, kann sich jedoch auszahlen. Dabei werden tatsächlich sämtliche gefahrene Kilometer während der privaten Nutzung aufgeführt. Es gilt: je weniger Kilometer privat zurückgelegt werden, desto vorteilhafter ist die Nutzung des Fahrtenbuches. Berücksichtigt werden sollte jedoch der Aufwand, der durch den Einsatz eines Fahrtenbuches entsteht. Denn unterschieden werden nicht nur Privat- und Dienstfahrten, sondern auch Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sowie Familienheimfahrten. Abgesehen davon werden etliche weitere Daten notiert – etwa die besuchten Geschäftspartner, Abfahrts- und Ankunftszeit oder Kilometerstand. Heutzutage kann der Einsatz eines elektronischen Fahrtenbuches allerdings für Entlastung sorgen, da die Eintragung der Daten weitestgehend automatisiert erfolgt. Dafür sorgt ein integriertes GPS-System, welche die relevanten Daten direkt ermitteln und entsprechend hinterlegen kann.