Geldwerter Vorteil2016-10-26T12:45:19+00:00

Geldwerter Vorteil

Als geldwerter Vorteil wird eine Form der Vergütung bezeichnet, die über den normalen Lohn hinausgeht und dementsprechend nicht in Form von Geld ausgezahlt wird. Eine andere häufige Bezeichnung ist daher oftmals auch Sachleistung bzw. Sachbezug. Meist wird der geldwerte Vorteil in Form eines Firmenwagens oder eines Rabattfreibetrags durch den Arbeitgeber angeboten. Obwohl es bei einem geldwerten Vorteil keine Auszahlung gibt, so muss dieser aber dennoch versteuert werden.

Geldwerte Vorteile steuerfrei nutzen

Grundsätzlich sind alle Formen von geldwerten Vorteilen im Einkommenssteuergesetz zu finden. Einige dieser Varianten sind für den Arbeitnehmer auch komplett steuerfrei nutzbar. Darunter fallen zum Beispiel Datenverarbeitungsgeräte wie etwa Laptop, Computer oder Smartphone. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitgeber den geldwerten Vorteil pauschal versteuert und dem Arbeitnehmer das Gerät zusätzlich zum Arbeitslohn überlässt. Sofern es sich um eine Leihgabe handelt, muss jedoch auch der Arbeitgeber keine Pauschalsteuer zahlen.

Eine weitere Variante von geldwertem Vorteil ist das Werkzeuggeld. Dabei handelt es sich um eine steuerfreie Entschädigung, die durch den Arbeitgeber dann gezahlt werden kann, wenn der Arbeitnehmer bei seiner beruflichen Tätigkeit eigene Werkzeuge mitbringt und nutzt. Allerdings wird Werkzeuggeld ausschließlich für Werkzeuge wie Hammer, Zange, Schraubenzieher und ähnliches aufgebracht. Nicht möglich ist die Zahlung von Werkzeuggeld hingegen bei PC, Schreibmaschine oder Musikinstrument.

Auch der feste Parkplatz während der Arbeitszeit, Sachbezüge bis 44 Euro, ein Personalrabatt für Waren und Dienstleistungen der eigenen Firma oder aber Bonusmeilen, Essensgutscheine und Fortbildungen können steuerfrei genutzt werden kann.

Geldwerten Vorteil richtig versteuern

Der wohl bekannteste geldwerte Vorteil ist der Dienst- oder Firmenwagen, der sowohl dem Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber steuerliche Vorteile im Gegensatz zu einer normalen Gehaltserhöhung verschaffen kann. Wie der Dienstwagen steuerlich berücksichtigt wird, hängt davon ab, ob er auch privat genutzt werden darf oder nicht. Besteht eine zusätzliche private Nutzung, so muss das Fahrzeug versteuert werden. Dabei kommen zwei verschiedene Methoden zum Einsatz, zwischen denen Sich Arbeitnehmer bzw. Arbeitgeber entscheiden können.

Gewählt werden kann zwischen der Ein-Prozent-Regelung oder auch Pauschalwertmethode und dem klassischen Fahrtenbuch.

  • Fahrtenbuch – das Fahrtenbuch dient dazu, alle Fahrten des Dienstwagens akribisch festzuhalten. Sinnvoll ist es vor allem bei Arbeitnehmern, die ihren Dienstwagen überwiegend für dienstliche Fahrten nutzen. Grundsätzlich gilt dabei: je mehr ein Firmenwagen dienstlich genutzt wird, desto sinnvoller ist aus steuerlicher Sicht ein Fahrtenbuch. Dennoch gilt es im Einzelfall abzuwägen, welche Methode sich eher auszahlt. Während Fahrtenbücher vor einigen Jahren noch ausschließlich mit Stift und Papier geführt wurden, so gibt es dank des elektronischen Fahrtenbuches heutzutage eine deutlich komfortablere Lösung. Diese arbeitet mit einem integrierten GPS-System und sammelt die relevanten Daten automatisch für den Fahrer.

    Ein-Prozent-Regelung – bei dieser Regelung werden die privaten Fahrten pauschal mit einem Prozent des Brutto-Inlandslistenpreises des Fahrzeugs monatlich versteuert. Zusätzlich kommt eine Besteuerung von 0,03 Prozent hinzu, die sich am Brutto-Inlandslistenpreis des Autos je Kilometer zwischen Arbeitsplatz und Wohnort orientiert.