Ein-Prozent-Regelung gilt nicht für Transporter

 

Beschaffenheit und Einrichtung entscheiden über Versteuerungsmethode

Nicht jedes betrieblich genutzte Fahrzeug fällt zwangsläufig unter die sogenannte Ein-Prozent-Regelung. Dies ist etwa dann der Fall, wenn es sich um Fahrzeuge handelt, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und Einrichtung normalerweise nicht oder so gut wie nie für den privaten Gebrauch genutzt werden. Darunter fallen zum Beispiel Transporter, die insbesondere für die Beförderung von Gütern genutzt werden oder aber LKW und Zugmaschinen. Die Klassifizierung des Kraftfahrzeugsteuerrechts oder des Straßenverkehrsrechts ist in diesem Zusammenhang nicht maßgebend.

Entschieden hat dies beispielsweise der BFH im Urteil vom 17.02.2016 – konkret ging es um einen VW T4 Transporter mit zwei Sitzen und einer Metallwand, welche die Fahrerkabine von der fensterlosen Ladefläche trennt. Genutzt wurde die Fläche für die Aufbewahrung von Werkzeug durch den Unternehmer. Der BGH entschied, dass die Anwendung der Ein-Prozent-Regelung nicht sinnvoll ist und daher abgelehnt wird, weil ein solches Fahrzeug nur in seltenen Ausnahmefällen für die Privatnutzung verwendet wird. Begründung: Das Fahrzeug bietet nicht ausreichend Sitzplätze für Privatfahrten, wie es beispielsweise mit der Familie denkbar wäre.

Ein-Prozent-Regelung ist nur für geeignete Fahrzeuge gestattet

Schon in früheren Fällen entschied der BFH ähnlich, beispielsweise im Jahr 2008, als es um einen Opel Combo als geschlossenen Kastenwagen ging. Wie so häufig, wenn es um die Versteuerung von Firmenwagen geht, sind die einzelnen Fälle jedoch trotzdem sehr individuell zu betrachten.

Wann die Ein-Prozent-Regelung greift

Die Ein-Prozent-Regelung wird auch als Listenpreismethode bezeichnet und dient zur Errechnung des geldwerten Vorteils, sofern ein betriebliches Fahrzeug auch privat genutzt wird. Sie dient als Alternative zum Fahrtenbuch und ist sehr einfach und zeitsparend, kostet dafür aber auch oftmals mehr Geld als das vermeintlich aufwändigere elektronische Fahrtenbuch. Lohnenswert ist die Ein-Prozent-Regelung für Fahrzeuge vor allem dann, wenn der Firmenwagen besonders häufig für private Fahrten zum Einsatz kommt. Andererseits kann die Ein-Prozent-Regelung in anderen Fällen aber auch sehr kostspielig sein – etwa dann, wenn es sich um einen Gebrauchtwagen handelt, der trotz vieler gefahrener Kilometer und hohem Alter nach damaligem Neupreis zu versteuern wäre.

2017-04-07T17:01:43+00:00